Ein neugieriger Fuchs
Siehst Du den Fuchs gleich da vorne in dem hohen Gras? Hach! Hat der denn keine Angst vor uns? Der schleicht ja geradewegs auf unseren Dünensteg zu. Und nun?!- Ein vorüberkommender Passant kann uns beruhigen: Den Fuchs habe man hier schon öfter gesehen, er habe sich schon an die Touris gewöhnt und er tue nichts. Mit diesen Worten im Ohr setzen wir gelassen unseren Weg in Richtung Aussichtsturm fort. Nix Tollwut also.- Na toll! Komm näher Füchslein, auf daß wir mal ein Foto machen können! Immer näher schleicht es sich heran, der Aussichtsturm ist nur noch einen Katzensprung von uns entfernt, und der Fuchs in nächster Nähe. Fasziniert sind wir von seinen wachen neugierigen Augen und seinem schönen Fell. Superfotos werden das. - Der Aussichtsturm vor uns ist plötzlich voller Menschen. Nanu?! Der Dünensteg ist menschenleer. Wie das?! Offensichtlich sind der Fuchs und wir für die Touris auf dem Ausguck zu einer interessanten Attraktion geworden. Sich in Sicherheit wähnend schauen sie gespannt und amüsiert zu uns herab. Für uns ist damit klar: Noch nie wie heut so nah ein Fuchs dem Hochstand war! Den Grund dafür scheint einer von den Schaulustigen schon zu wissen und sagt uns, daß sich der Fuchs wahrscheinlich von meinen roten Haaren angezogen fühle. Und siehe da, als wir den Aussichtsturm besteigen, folgt uns der Fuchs bis oben auf die Plattform. Wer hätte das gedacht?! Neugierig mit prüfendem Blick schaut er in die Runde. Man stelle sich das einmal vor: Eben gerade noch streßfrei von oben auf uns herabblickend stehen, nein, was sage ich, kleben die Touris eng nach hinten gedrängt am Holzgeländer der Aussichtsplattform Auge in Auge mit dem Fuchs. Kein Laut, keine Bewegung. Niemand will der Erste sein, der dem Füchslein gefallen könnte. Nur der Fotograf benimmt sich jetzt und sicher zum Erstaunen des Fuchses total daneben, hält dem Fuchs die Kamera vor die Nase und versucht ihn zu fotografieren. Ein schwieriges Unterfangen auf diesem kleinen Raum, wobei er auch noch zeitweise dem Fuchs die Rückzugsmöglichkeit versperrt, was das Unbehagen der Umstehenden steigert. Das Füchslein reagiert gelassen. Schließlich hat es ein Erbarmen mit uns allen und verläßt, gemächlich die Holzstufen hinuntertrippelnd, den Turm. Die Gruppe atmet auf. Nein, Tollwut habe der Fuchs wohl nicht, so wird vermutet. Da sähe doch das Fell ganz anders aus, eher könne es sein, daß er von Menschen großgezogen worden sei und folglich keine Scheu vor Menschen habe. - Die Gruppe löst sich auf. Das Füchslein ist verschwunden. Zurück bleibt die Erinnerung. Ort des Geschehens: Hohe Düne auf Zingst (Ostsee). Eine kleine Auswahl der Fotos zeigen wir hier im Format 750x500. | ||||
© Gisela und Joachim Petersen Im April 2003 fotografiert mit einer Olympus C 300 (3 Megapixel). Die Auslöseverzögerung der Kamera bereitete beim Fotografieren größte Schwierigkeiten, da der Fuchs sich ständig bewegte, als ihn die Neugierde an den Menschen packte und er den Aussichtsturm bestieg. So war er fast ständig wieder aus dem Bild heraus, wenn die Kamera auslöste. | ||||